Sonntag, 13. Dezember 2009
Wir sind dann mal weg
wir sind in China. Das liegt zwar nicht geografisch am Weg nach Vietnam, aber ökonomisch. In dem Sinne, dass Air China günstige Flüge München - Peking - Ho Chi Minh City anbietet, die uns auch noch anderthalb Stopp-Over Tage hier bescheren.
Nach zwei Schritten raus aus dem Hotel sprechen uns zwei Kunststudenten an, die um die Ecke ihre Werke zufällig noch den letzten Tag zeigen... Wir lassen uns drauf ein und folgen ihnen in das übernächste Haus. Einen kurzen Moment beschleicht uns ein mulmiges Gefühl, als wir mit dem Lift grad ins vierte Untergeschoß fahren, wo schließlich tatsächlich eine kleine Gallerie aufgebaut ist. Die Werke sind sehr traditionell und die Enttäuschung groß, dass heute keine Kunst von Peking in die Schweiz verkauft wird.
Für den Lama Tempel bleibt gerade mal eine Stunde. Der Stil erinnert an Tibet bzw., da ich dort noch nie war, erinnert mich die Anlage an das Bild, das ich von Tibet habe. Das verwundert ja nicht beim Lama Tempel. Mehr hingegen verwundert mich, dass, vereinzelt aber doch, die Chinesen im Tempel auch beten (dürfen). Wir hingegen frieren in erster Linie. Vom Schneefall vor einem Monat sind die letzten Reste noch sichtbar, entsprechend dünn gesät sind um diese Jahreszeit die Tage mit Tauwetter.
Wir tauen erst wieder in einem vegetarischen Restaurant auf, wo an diesem späten Sonntagnachmittag verschiedenstes Publikum hereinschneit: Vom Familienausflug bis zu allein stehenden jungen Frauen, die einen solchen für die Zukunft anbahnen wollen...
Gestärkt lassen wir uns zum Tian'anmen-Platz fahren. Das vordere Tor ist schön beleuchtet. Die Kälte kriecht abends feucht durch die Jacke. Im Dashalan Viertel sehen wir uns plötzlich in einer Strasse wie einer kolonialen Filmkulisse. Historische Gebäude wurden wieder aufgebaut und beherbergen jetzt Starbucks & Co. Eine historische Straßenbahn gleitet inmitten dieser künstlichen Welt.
Montag, 23. November 2009
"..." (Ficus, vor sich hin stummend)
Mein Ficus Benjamin grünt wieder. Dafür tickt mein Wecker nicht mehr richtig.
Sonntag, 22. November 2009
Die Sein
So ein Novembersonntagnachmittag in Zürich hat einiges zu bieten. Nicht nur ein völlig authentisches Novembergrau beim Spaziergang an der Promenade, das völlig stilecht in einen feuchtkalten Nieselregen übergeht, rechtzeitig bevor um dreiviertel vier sich die Dämmerung unbarmherzig über die Stadt hermacht.
Nein - Zürich bietet auch die bunte Blickfang. Richtig gelesen: Die Blickfang. Ihres Zeichens internationale Designmesse für Möbel, Mode und Schmuck. Wenn auch das Kongresshaus dafür höchstens einen Rahmen bietet, der kaum noch als retro-schick zu bezeichnen ist.
Jedenfalls tritt man ein und taucht augenblicklich in eine andere Welt. Plötzlich umgeben einen ausschließlich extrem stylische Menschen. Nicht die aufgebrezelten Einheitstussies vom Freitagabendausgang. Nein, jede und jeder in seinem ganz persönlichen Outfit. Teuer, aber nicht von der Stange. Da kommt man sich als durchschnittlich gekleiderter Hetero beinahwie ein Alien vor.
Trotzdem werden konsequent alle drei Stockwerke abgeklappert. Um beim Ausgang auf die coolste Wanduhr aller Zeiten zu stoßen. Die heißt QlockTwo und beweist zum ersten Mal seit der Kuckucksuhr, dass die Schweiz eben nur am Handgelenk die Nase vorne hat.
Freitag, 23. Oktober 2009
Boef Bourgignon
Also. Freitagabend. Im Kino Julie & Julia. Und fünfhundertvierundzwanzig Rezepte, die es in einem Jahr zu durchkochen gilt. Und ein Blog. So wie dieser hier. Nur dass meiner nicht verfilmt wird. Und vor allem Boef Bourguignon, das in diesem Film die kulinarische Schlüsselrolle spielt. Und dermaßen lecker aussieht, dass mich augenblicklich die Lust überkommt, doch für Sonntag ein paar Gäste einzuladen um sie damit zu beglücken. Klar ziehe ich das durch.
Aber noch sind wir nicht so weit, ich schweife in die Zukunft ab. Wir sind nämlich erst mitten am angebrochenen Freitagabend, der uns in ein kleines Weinstübli führt. Wir setzen uns und haben plötzlich... nein, das gibt es nicht, also... wir halluzinieren wohl schon... aber... der Duft in der Nase, jetzt schon wieder... ist das nicht... hier an der Bar? Tatsächlich: Auf einer Herdplatte hinter dem Tresen köchelt ein Riesentopf mit Weinsoße. Für Boef Bourguignon!
Reduzieren nennt das der Typ, der entspannt neben uns am Tisch sitzt. Und der muss es ja wissen. Er ist nämlich der Koch, wie sich rausstellt. Ja, von dem Bouf Bourguignon, das hier munter vor sich hin köchelt. Und unser Koch bestätigt grad die Mär, dass es auf der Welt nicht einen davon gibt, der nicht der Größte ist. In seinem Fall zumindest Opernsänger und Promikoch in einer Person, der sich schon dreimal rund um die Welt gekocht hat. Und schenkt sich dabei den letzten Tropfen aus der Flasche, aber das ist ein anderes Klischee...
Bis er dann den Moralischen kriegt und gesteht: "Die einzige, der ich Zeit meines Lebens treu geblieben bin, ist meine Zahnpasta."
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Winterbeginn
Montag, 14. September 2009
Tödliche Zivilcourage
Geschehen gestern nicht in Johannesburg, Sao Paolo oder Moskau. Nein, in München. Und morgen womöglich in Wien. Und in Zürich.
So etwas macht mich sehr betroffen.
Samstag, 5. September 2009
Die Schweiz aufteilen
Wobei: So ein Réduit könnte als Ausgedinge für den libyschen Staatschef dienen. Nirgendwo sind die militärischen Verteidigungsanlagen so weit ausgebaut und gut gewartet wie hierzulande. Kann ja jederzeit losgehen. Und im Bunkersystem unter den Alpen lässt sich sicher vortrefflich Atom forschen.
Der Blick am Abend sieht in einer Vereinigung der Deuschschweiz mit Deuschland Vorteile: Die Dufourspitze wäre mit 4'634 Metern plötzlich der höchste Berg Deutschlands. Die Schweiz wäre eine Fußballnation und Deutschland wieder an der Tennisspitze. Und plötzlich gäbe es hier einen Finanzminister, der sich im Ausland durchsetzen kann...
Mich irritiert dabei eigentlich vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der hier nur die Vereinigung mit Deutschland in Betracht gezogen wird. Dabei hat die Deutschschweiz drei Nachbarstaaten, von denen sie vor allem die gemeinsame Sprache trennt. Österreich hätte gewisse Vorteile: Es ist nicht bei der Nato und hat ebenso ein Bankgeheimnis. Konsequent weiter gedacht, macht aber Liechtenstein das Rennen: Die Variante ist 100% EU-frei und die Währung müsste man auch nicht wechseln.
Klar müsste man erst das Stimmvolk fragen. Soviel direkte Demokratie muss sein. Die Liechtensteiner werden natürlich auch gefragt. Unterliegen dann jedoch leider zufällig zahlenmäßig.
Ob der Bundesrat dann nach Vaduz zügelt?